Purgatorio – Canto 22

10 Gestalten sieht man dort, die du besangst: Antigone, Deiphyle, Argía, 111 Ismene, immer noch wie einst in Trauer, man sieht die Künderin des Quells Langía, die Tochter des Tiresias und Thetis, 114 Deïdamía auch mit ihren Schwestern.« Jetzt herrschte Schweigen zwischen beiden Dichtern, die aufmerksam umherzuschaun begannen, 117 vom steilen Felsengang nicht mehr behindert. Vier Mägde dieses Tages waren schon entlassen, an der Deichsel stand die fünfte 120 und nahm zum heißen Mittag hohe Richtung. Mein Führer sprach: »Ich glaub, wir müssen wieder die rechte Schulter nach dem Rande kehren, 123 wie bisher bei dem Rundgang um den Berg.« So ließen wir uns dort von der Gewohnheit die Straße zeigen, die uns sicher deuchte, 126 da jener Lautre einverstanden war. Sie gingen mir voran, ich folgte ihnen allein und hörte ihren Reden zu, 129 die in der Dichtkunst mir Erleuchtung gaben. Doch bald durchbrach die freundlichen Gedanken der Anblick eines Baums, mitten im Weg, 132 mit schönen Äpfeln, lieblich duftenden. Und wie die Tanne sich verjüngt nach oben von Zweig zu Zweig, so dieser Baum nach unten, 135 damit ihn niemand – denk ich mir – erklettre.

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