8 Ein nacktes Schwert hielt er in seiner Hand, das uns entgegenspiegelte so strahlend, 84 daß oft ich hinschaun mußte und nicht konnte. »Bleibt stehn und sagt von dort aus, was ihr wollt«, rief er uns an, »und wer geleitet euch? 87 habt acht, daß ihr nicht Schaden nehmt beim Aufstieg!« »Vom Himmel eine Frau, kundig der Fahrt«, antwortete der Meister, »sagte uns 90 noch eben jetzt: dort ist das Tor – geht hin!« »So fördre sie zum Heil denn eure Schritte«, fiel nun der Pförtner freundlich wieder ein, 93 »kommt also her zu unsern Stufen jetzt.« Der erste Treppenstein, zu dem wir kamen, ein weißer Marmor, war so glatt und rein, 96 daß er mich spiegelte, so wie ich aussah. Der zweite, mehr als dunkelrot gefärbt, ein rauhes brandzerfressenes Gestein, 99 der Länge und der Breite nach zersprungen. Der dritte, massig auf den andern lastend, erschien mir als ein flammender Porphyr, 102 wie frisches Blut, das aus der Ader springt. Auf diesem Stein ruhten die beiden Füße des Engels, der darüber auf der Schwelle, 105 der diamantenen, des Tores saß. Wie recht war's mir, als mich hinauf mein Führer die Stufen zog und sprach: »In Demut sollst du 108 jetzt bitten, daß das Torschloß dir sich öffne.«
RkJQdWJsaXNoZXIy MTIyMjQzNA==