Purgatorio – Canto 9

10 Ich warf mich fromm zu Engels Füßen hin, barmherziglichen Eintritt mir erflehend 111 und dreimal schlug ich vorher meine Brust. Mit seines Schwertes Spitze auf die Stirne schrieb er mir sieben P und »Wasche« sprach er 5 114 »dort drinnen diese Wunden von dir ab.« Wie Asche oder Aushub trockner Erde, ein graues Einerlei war sein Gewand, 117 aus dem zwei Schlüssel unten er hervorzog. Der eine war aus Gold, der andre silbern. Erst mit dem helleren, dann mit dem gelben 120 versuchte er das Tor nach meinem Wunsch. »Wenn einer von den Schlüsseln hier versagt und sich nicht regelrecht im Schlosse dreht«, 123 erklärt er uns, »dann wird der Weg nicht frei. Kostbarer ist der eine, doch der andre braucht gar so viele Kunst und feinen Geist, 126 bis er den Wirrwarr löst, das Schloß entriegelt. Sankt Peter gab sie mir und riet mir, eher beim Auftun als beim Schließen vorschnell sein, 129 sobald sich jemand mir zu Füßen werfe.« Des heilgen Tores Eingang stieß er auf und sprach: »Tretet hinein, doch merkt euch wohl: 132 wer rückwärts schaut, muß wiederum hinaus.« Und als die Flügel der geweihten Pforte, aus tönendem Metall mächtig geschmiedet, 135 in ihren Angeln sich zu drehn begannen,

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