Purgatorio – Canto 5

8 Ich floh zum Sumpf, in Schilfrohr und Morast verfangen, stürzte ich und sah am Boden 84 aus meinem Blute einen See sich bilden.« Dann sprach ein anderer: »Wenn sich dein Wunsch, den du bergan verfolgst, erfüllen soll, 87 so hilf dem meinigen mit frommem Sinn. Ich bin Buonconte, der von Montefeltro. Vergessen von Johanna und den andern, 90 geh ich gebeugten Haupts in diesem Schwarm.« Und ich: »Durch welche Macht, durch welchen Zufall verschwandest du vom Feld bei Campaldino? 93 und niemand weiß nun, wo dein Körper liegt.« »Oh«, sagte er, »am Fug des Casentino querüber läuft das Bächlein Archiano, 96 das ob der Klaus' im Apennin entspringt; und dort, wo es im Arno sich verliert, flüchtet' ich hin, zu Fuß. Mir war der Hals 99 durchbohrt, mein Blut bezeichnete den Weg, mein Aug erlosch, und meine Stimme brach, Maria! rufend, und ich fiel; und dort 102 blieb mein entseeltes Fleisch verlassen liegen. Höre die Wahrheit und berichte drüben. Der Engel Gottes hielt mich, und der Schwarze 105 rief ihm entgegen: ,Was beraubst du mich? du nimmst sein Ewiges mit dir hinauf – für ein geweintes Tränlein soll er dein sein?! 108 Doch mit dem Rest will ich mein Wesen treiben!‘ –

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