Purgatorio – Canto 5

6 daß wir bereuend und vergebend schieden und ausgesöhnt mit Gott, nach dessen Anblick 57 wir Sehnsucht leiden, unser Leben ließen.« Und ich: »So sehr ich ins Gesicht euch schaue, ich kenne keinen, aber wenn ihr etwas 60 verlangt, was ich vermag, ihr edlen Geister, so sprecht! ich will es tun bei jenem Frieden, den ich auf dieses einzigen Führers Spur 63 von einer Welt zur andern suchen muß.« Und einer sprach: »Ein jeder traut dir zu, daß du uns helfen wirst, auch ohne Schwur, 66 wofern dir Ohnmacht nicht den Willen schlägt. Daher, wenn ich als erster reden darf, ich deine gute Fürsprache erbitte, 69 falls je du in die Mark Ancona kommst zwischen Romagna und dem Reiche Karls. In Fano soll man eifrig für mich beten, 72 daß ich mich reinige von schwerem Unrecht. Ich stamm von dort, jedoch die tiefen Wunden, durch die sich all mein Lebensblut verströmte, 75 sie wurden mir bei Padua geschlagen, allwo ich mich besonders sicher wähnte. Befohlen hatte es der Herr von Este, 78 weil er mir zürnte, wider alles Recht. Wär ich geflohn in Richtung auf la Mira, bevor sie bei Oriago mich erhaschten, 81 so atmete ich heute noch auf Erden.

RkJQdWJsaXNoZXIy MTIyMjQzNA==