Purgatorio – Canto 33

10 Es war am Rande eines bleichen Schattens, wie unter grünem Laub und dunkeln Ästen 111 er im Gebirg auf kühle Bäche fällt; dort floß vor ihnen her aus einer Quelle, so schien es mir, der Euphrat und der Tigris, 114 und trennten langsam wie zwei Freunde sich. »O Leuchte du und Ruhm der Menschenkinder, was ist dies Wasser, das aus einem Ursprung 117 hervorgegangen, auseinanderläuft?« Auf diese Bitte kam die Antwort: »Bitte Matilden um Bescheid.« Und darauf sprach, 120 wie um von einer Schuld sich frei zu machen, die schöne Frau: »Ich habe ihm dieses und noch anderes erklärt und bin gewiß, 123 daß Lethe es ihm nicht genommen hat.« Und Beatrice: »Größre Sorge, die wohl manchmal das Gedächtnis schwächt, hat ihm 126 vielleicht das Auge seines Geists verdunkelt. Doch schau, wie dort hinab Eunoë fließt! Führ ihn zu diesen Wellen, wie du pflegst, 129 belebe die erstarrte Kraft in ihm!« Wie ohne Ausflucht eine edle Seele den fremden Willen sich zum eignen macht, 132 sobald sich dieser zu erkennen gibt, so macht die schöne Frau, indem sie mich ergriff, sich auf und sprach zu Statius 135 mit weiblich edlem Anstand: »Folge diesem.«

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