10 Wir bringen dich zu ihrem Angesicht, drin strahlt ein Wunderschein, für den dein Auge 111 sich bei den dreien dort, die hellsehn, schärft.« Sie sangen's und geleiteten zur Brust des Greifen mich sodann, wo Beatrice, 114 uns zugewendet ganz zu sehen war, und sagten: »Spare deine Sehkraft nicht, wir haben zum Smaragd dich hergebracht, 117 mit dessen Strahlen einst dich Amor traf.« Ein tausendfältig aufgeflammtes Sehnen zwang meine Augen in den Glanz der Augen, 120 die auf dem Greifen ruhten unverwandt. Nicht anders als die Sonne in dem Spiegel erstrahlte drin das zweigestaltige Tier 123 im Wechselspiel bald so, bald so sich gebend. Bedenk, wie es mich wundern mußte, Leser, da ich das Urbild sah, so still und gleich – 126 und immer sich in seinem Abbild wandelnd. Indes mit frohem Staunen meine Seele die Gabe kostete, die nährt und sättigt 129 und immer neuen Durst erstehen läßt, traten in ihres höhern Ranges Schmuck die andern drei mit edlem Anstand vor 132 und tanzten zu dem himmlischen Gesang. »Beatrice, wende deine heiligen Augen«, so lautete das Lied, »zu dem Getreuen, 135 der dich zu sehn, so weit gewandert kommt.
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