2 Als dieser Siebenstern vom höchsten Himmel, der weder Untergang noch Anfang kennt, 3 und den kein Nebel trübt, nur unsre Sünde, der jedem droben seine Pflichten weist, so wie der untre Siebenstern den Schiffern 6 am Steuer hilft den Weg zum Hafen finden; als dieser hielt, kehrten die Wahrheitsfreunde, die hinter ihm und vor dem Greifen wandeln, 9 zum Wagen als zu ihrem Frieden sich. Einer von ihnen, wie bestellt vorn Himmel, dreimal »komm meine Braut vom Libanon!« 12 sang er den Ruf, den alle wiederholten. Wie einst die Seligen am Jüngsten Tag behende alle aus den Gräbern steigend 15 mit frisch gestimmten Kehlen jubeln werden, so hoben bei dem Ruf des greisen Sängers sich aus dem Gotteswagen hundert Diener 18 und Boten ewgen Lebens in die Höhe und sprachen all: »Gelobt sei, der da kommt!« sodann: »Gebt Lilien aus vollen Händen!« 21 mit Blumen alles ringsum überschüttend. Ich sah schon oft am frühen Tag den Himmel im ganzen Osten rosenfarbig werden 24 und alles übrige in heitrer Klarheit; umschattet ging die Sonnenscheibe auf, und dank dem Dunst, der ihre Strahlen dämpfte, 27 ertrug das Auge ihren Anblick lang –
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