4 Um aber ganz dir deinen Wunsch zu stillen, ist Statius da. Ihn ruf ich an und bitte, 30 daß er des Zweifels Wunde dir behandle.« »Wenn ich die Schau in Ewiges ihm enthülle«, versetzte Statius, da du doch da bist, 33 sei's mir verziehn, ich kann dir nichts verweigern.« Sodann zu mir: »Wenn du im Geist, mein Sohn, bewahrst und aufnimmst, was ich dir erkläre, 36 so hellt sich dir die Frage, die du stellst. Das feinste Blut, das nie von durstigen Venen geschluckt wird, sondern bleibt als unberührte 39 und aufbewahrte Speise nach der Mahlzeit, empfängt im Herzen die Gestaltungskraft für alle Glieder; ähnlich läuft ein Blut, 42 zu Gliedern sich zu wandeln, durch die Venen. Verfeinert steigt der Saft hinab zum Orte, von dem man lieber schweigt; von dort ergießt er 45 auf andres Blut sich ins Naturgefäß. Hier bindet sich das eine mit dem andern, das eine leidend, und der andre schaffend, 48 dem hohen Ort, dem er entquillt, gemäß. Wie er es trifft, beginnt er gleich zu wirken, macht's erst gerinnen und belebt sodann, 51 was er zum Stoff sich zubereitet hat. So wird die tätige Kraft zu einer Seele, verschieden von der Pflanzenseele nur, 54 weil sie nicht bleibt wie die und weiterstrebt.
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