Purgatorio – Canto 1

2 Die Segel hißt mein Geistesschifflein jetzt zu bessrer Fahrt und läßt ein wildes Meer, 3 durch das ich es gesteuert hab, zurück. Und singen will ich von dem zweiten Reiche, wo sich die Menschen geistig reinigen 6 und, himmelan zu steigen, würdig werden. Erhebe sich vom Tod jetzt meine Dichtung. Ihr heiligen Musen, helfet eurem Sohn, 9 und du, Kalliope, richte dich auf, begleit mein Lied mit jenem hohen Klang, mit dem du schlugst im Wettstreit, ach, die Elstern 12 daß sie verzweifelten an jeder Gnade. Ein sanftes Blau, wie morgenländischer Saphir ins heitre Bild des Himmels hingegossen 15 von lichter Höhe bis zum Horizont, beglückte endlich wieder meine Augen, sobald ich aus der Todesluft heraus war, 18 mit mattem Blick und schwerem Atem noch. Das freundliche Gestirn der Liebenden durchglänzte lächelnd schon den ganzen Osten 21 und überstrahlte sein Geleit, die Fische. Ich wandte mich zur Rechten aufmerksam dem Pol des Südens zu und sah vier Sterne, 24 die niemand seit dem Sündenfall gesehen. Der Himmel, schien es, freut sich ihres Glanzes. Bedauernswertes Menschenland im Norden, 27 daß es dir nicht vergönnt ist, sie zu schauen.

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