Paradiso – Canto 9

4 nicht gar so hoch, ein Hügel auf, von dem ein Fackelbrand dereinst zu Tale fuhr 30 und stürmisch durch die ganze Gegend brauste. Ich bin derselben Abstammung wie er. Cunizza hieß ich; hier erglänze ich, 33 weil dieses Sternes Licht mich mächtig zog. Aus frohem Herzen darf ich mir verzeihn mein Schicksal, meine Neigung, ohne Kummer: 36 ein starkes Stück, mag sein, für euern Pöbel. Mein nächster Nachbar hier, ein Edelstein, leuchtend in unserm Himmel, hinterließ 39 auf Erden einen großen Nachruhm, der noch fünfmal hundert Jahre leben wird. Du siehst, es lohnet wohl, sich auszuzeichnen, 42 auf daß vom Erdenleben etwas bleibe! Was zwischen Tagliamento wohnt und Etsch, der Menschenhaufe, denkt jetzt nicht mehr so 45 und fühlt auch keine Reu, wenn man ihn schlägt. Doch bald geschieht's, daß Padua und Vicenza ihr Sumpfgewässer sich verändern sehn, 48 weil kein Gefühl für Pflicht ist in den Leuten. Und dort, wo Sile und Cagnan sich mischen, trägt hoch das Haupt ein übermütig Herrchen; 51 um es zu haschen, strickt man schon das Netz. Auch Feltre wird noch den Verrat beweinen, den sein ruchloser Hirte übt, so schändlich, 54 wie Maltas Turm noch keinen Frevler sah.

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