2 Nachdem dein Carlo, liebliche Clemenza, mich so belehrt hatte, erzählte er 3 die Täuschungen, die seinen Kindern drohten. Doch sprach er: »Schweig und laß der Zeit den Lauf.« Drum darf ich hier nur sagen, daß dem Unrecht, 6 das sie euch tun, gerechter Jammer folgt. – Indessen hatte sich die lichte Seele zum sonnenhaften Quell zurückgewendet, 9 der sie erfüllt und nimmer sich erschöpft. Betrogene, mißratene Geschöpfe, daß euer Herze solchen Trost verschmäht 12 und ihr nach eitlem Zeug das Köpfchen reckt! Und sieh, ein andres aus dem Kreis der Lichter kam auf mich zu und gab mir durch sein Schimmern 15 den Wunsch, mir zu gefallen, zu verstehen. Es ruhte Beatrices stiller Blick auf mir und winkte mir, wie vorher schon, 18 ihr liebes, sichres Ja zu meiner Regung. »Du seliger Geist«, sprach ich, »willfahre mir, laß mich erproben, gib Gewähr, daß ich 21 meine Gedanken spiegeln darf in dir.« Worauf das unbekannte neue Licht aus seinem Innern, das noch eben sang, 24 fortfuhr in seiner Lust am Freundlichsein und sprach: »In jenem Teile des verderbten italischen Landes, zwischen dem Rialto, 27 der Brenta- und der Piavequelle, steigt
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