4 Vom ersten Tag, da ich ihr Antlitz sah auf Erden, bis zu diesem Himmelsblick, 30 hat mein Gesang sich nie von ihr getrennt. Doch jetzt muß ich verzagen, ihrer Schönheit Verklärung noch als Dichter zu begleiten. 33 Sein Letztes hat kein Künstler je erreicht. So stand sie da – mag eine hellre Stimme als meine, die ihr schweres Lied zu Ende 36 zu bringen hat, es schildern und verkünden – und sprach zu mir als ein beflissner Führer in Wink und Wort: »Wir sind der größten Sphäre 39 entstiegen, sind im Himmel reinen Lichtes. Es ist ein geistig Licht und voller Liebe, Liebe des wahren Gutes, voller Freude, 42 und Freude ist es über alle Wonnen. Die eine und die andre Heeresmacht des Himmels darfst du sehn: die einen so, 45 wie du sie schauen wirst am Jüngsten Tag.« So wie ein jäher Blitz die Lebensgeister des Augs verscheucht, daß keine Sehkraft mehr 48 für noch so starke Bilder übrigbleibt, umbrandete mich ein lebendig Licht und band und hüllt' mich ein in einen Vorhang 51 von Feuer, daß mir gar nichts mehr erschien. »Die diesem Himmel Ruhe gibt, die Liebe, empfängt die Kommenden mit solchem Gruß, 54 auf daß die Kerze besser Feuer fange.«
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