Paradiso – Canto 28

2 So bittre Wahrheit hielt dem heutigen Leben der armen Sterblichen die Frau entgegen, 3 die meinen Geist ins Paradies erhebt. Wie einer, der von hinten angeleuchtet, im Spiegel eine Fackel flackern sieht 6 (bevor er sonst sie schaute oder ahnte), sich umkehrt, um zu sehen, ob das Glas ihn nicht betrügt, und findet, daß es stimmt 9 zum Sachverhalte, wie das Lied zum Takt, so tat auch ich, und kann mich wohl erinnern, wie ich in ihre schönen Augen schaute, 12 mit denen Amor mich gefangennahm, und wie ich gleich zurück mich wandte und ins Aug getroffen wurde durch ein Etwas, 15 das man dort überall erblicken kann: und einen Punkt sah ich, so strahlend scharf, daß das von ihm getroffne Gesicht 18 sich vor dem grellen Licht verschließen muß. Das kleinste Sternchen, das wir Menschen sehen, erschiene, neben diesen Punkt gebracht, 21 als wie ein voller Mond unter den Sternen. Etwa so nahe wie ein Hof den Lichtkern umringt, von dem er selbst ein Widerschein ist 24 auf einem möglichst dichten, dunstigen Grund, so nahe kreiste um den Punkt ein Reif von Feuer, rascher als die rascheste 27 Bewegung, die sich um das Weltall schwingt.

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