2 Mir war um die erloschne Sehkraft bange, als aus dem Licht, das mich geblendet hatte, 3 ein Hauch erging, mich mahnte und mir sagte: »Bis dir die Sehkraft wiederhergestellt, die dir an meinem Strahl zerschmolzen ist, 6 sollst denkend du und sprechend sie ersetzen. Beginne denn und sag, wonach du trachtest in deiner Seele, und versichre dich: 9 dein Aug ist nur gestört, nicht abgestorben. Die Herrin, die durch diese lichten Zonen dich führt, besitzt in ihrem Blicke Heilkraft 12 wie Ananias einst in seiner Hand.« Ich sprach: »Wie's ihr beliebt, früh oder spät, erhelle sie die Fenster mir, durch die 15 ihr Bild mit Liebesglut für immer eindrang. Das Gut, das euern Himmel glücklich macht, es ist das A und O von allen Schriften, 18 aus denen Liebe leis und laut mir zuspricht.« Dieselbe Stimme, die mich von dem Schrecken der plötzlichen Erblindung erst befreite, 21 hielt mich zu weiterer Besinnung an und sprach: »Mit feinrem Siebe wahrlich mußt du dein Meinen klären und mußt sagen, wer 24 dir solch ein Ziel für deine Liebe wies.« Und ich: »Durch philosophische Beweise und durch Autorität aus Himmelshöhn 27 wird diese Liebe mir ins Herz geprägt.
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