Paradiso – Canto 26

10 Wie lang es her ist, willst du wissen, daß mich der Herr in den erhabnen Garten setzte, 111 wo diese dich zum großen Flug beschwingte; wie lang der Garten mir das Aug erfreute und was der wahre Grund des großen Zornes, 114 und welche Sprache ich ersann und brauchte. – Mein Sohn, nicht daß ich von dem Baume aß, war eigentlich der Grund des langen Bannes, 117 sondern die Übertretung des Gesetzes. – Von dort, wo deine Herrin den Vergil rief, viertausend Jahre und dreihundertzwei 120 hab ich nach diesem Kreis herauf geschmachtet. – Durch alle Sternenzeichen ihrer Bahn lief mir neunhundertdreißigmal die Sonne 123 solang ich unten auf der Erde weilte. – Die Sprache, die ich brauchte, war schon ganz und lang erloschen, ehe Nimrods Volk 126 zum Bau, der nie vollendet wird, sich schickte; denn niemals hat noch ein erdachtes Werk unwandelbar gedauert, weil des Menschen 129 Geschmack sich ändert nach des Himmels Drehung. Natur bewirkt wohl, daß die Menschen sprechen, ob so, ob anders aber, dieses läßt sie 132 euch selbst nach eurem Wohlgefallen machen. – Bevor ich in die Not der Hölle sank, war i der Laut, mit dem man rief auf Erden 135 das höchste Gut, die Quelle meiner Freuden.

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