Paradiso – Canto 25

10 Er fügt' sich ein in ihren Takt und Sang, und meiner Herrin Blick ruhte auf ihnen. 111 Schweigsam und reglos glich sie einer Braut. »Du siehst hier den, der unsrem Pelikan so nah am Herzen lag; vom Kreuz herab 114 ward er zum hohen Amte ausersehen.« So meine Herrin, doch indes sie sprach, und nach wie vorher, wandte sie kein Auge 117 aus ihrem aufmerksamen Schauen ab. Wie einem, der von der Verfinsterung der Sonne etwas zu erspähn sich müht 120 und dann vor lauter Schauen nichts mehr sieht, erging es mir mit diesem neuen Licht; indes es sprach: »Was blendest du dich selbst, 123 um etwas zu erschaun, das hier nicht statthat? Erde auf Erden ist mein Leib und bleibt so mit allen andern, bis die Zahl der Unsern 126 nach ewiger Vorbestimmung sich erfüllt hat. Mit beiden Hüllen in dem seligen Chor sind hier nur zwei, die aufgefahren kamen. 129 Und so sollst du's in eurer Welt berichten.« Bei diesem Wort kam der entflammte Reigen zum Stillstand und zugleich das Tongeflechte, 132 das liebliche, im Dreiklang hingehauchte. So, wenn Ermüdung, wenn Gefahr sich meldet, werden die Ruder, die das Wasser schlugen, 135 beim Zeichen eines Pfiffes alle still. –

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