4 »O du mein Blut, wie ist der Herr dir gnädig im Übermaß! Wem ward es je wie dir, 30 daß sich das Himmelstor ihm zweimal auftat?« So jenes Licht, auf das ich lauschend blickte; dann wandt ich das Gesicht zu meiner Herrin, 33 und Staunen faßte mich nun hier wie dort. Aus ihren Augen flammte mir ein Lächeln, daß ich die Gnade und das Himmelreich 36 mit meinen Augen glaubte zu ergründen. Sodann, dem Ohr, dem Auge eine Lust, fügte der Geist zu seinen ersten Worten 39 gar tiefe Reden, die ich nicht verstand. Und nicht mit Absicht, aus Notwendigkeit verhüllte er sich mir, weil sein Begriff 42 das sterbliche Verständnis überschritt. Doch als die Spannung seines heißen Fühlens so weit gelöst war, daß sein Wort herab 45 zu den Bereichen unsrer Einsicht sank, da war das erste, das ich recht vernahm: »Gesegnet seiest Du, Dreieiniger, 48 der Du so huldvoll meinem Samen bist.« Sodann: »Ein wonniges und fernes Sehnen, erstanden aus des großen Buches Schrift, 51 die unveränderlich in Weiß und Schwarz, hast mir gestillt, mein Sohn, in diesem Licht, aus dem ich zu dir spreche, dank der Frau, 54 die dir zum hohen Flug die Schwingen gab.
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