Paradiso – Canto 10

8 Und dann begann es in dem einen Licht: »Da dir der Gnadenstrahl, der Liebe zündet 84 und sich durch Liebe selbst verstärkt, so hell im Innern glänzt und dich auf diese Stufen geleitet, die man abwärts nur betritt, 87 um wiederum im Aufstieg sie zu nehmen, so wäre unfrei, wer den Wein, nach dem du dürstest, dir verweigerte; er gliche 90 gehemmtem Strom, der nicht zum Meere findet. Du willst die Blüten in dem Kranze kennen, der sehnlich um die schöne hohe Frau, 93 um deine Himmelsführerin, sich schlingt. Mein Seelenhirte war Dominicus; auf gute Weide führt er seine Herde, 96 da nährt sich reichlich, wer sich nicht verläuft. Zur Rechten hier mein nächster Nachbar war ein brüderlicher Lehrer mir, Albertus 99 von Köln. Ich selbst bin Thomas von Aquino. Willst du die andern alle sicher kennen, so folge meinen Worten mit dem Auge 102 durch diesen ganzen Kranz von Seligen hin. Die nächste Flamme dort entspringt dem Lächeln Grazians, der Kirchenrecht und Recht der Welt 105 bereinigte, zu höchstem Wohlgefallen. Das nächste Licht zum Schmucke unsres Chores gehört dem Petrus, der wie's arme Weiblein 108 der heiligen Kirche seinen Reichtum schenkte.

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