Paradiso – Canto 1

2 Des Allbewegers lichte Herrlichkeit durchdringt die Welt und breitet ihre Strahlen 3 dort heller aus, und dämpft sie anderswo. Im Himmel, der das meiste Licht empfängt, war ich, und Dinge sah ich, die zu sagen 6 keiner vermag, der niederkehrt von dorther; denn auf den Spuren seines Sehnens eilt in uferlose Tiefen unser Geist 9 und findet, sich erinnernd, nicht zurück. Doch wahrlich, was ich aus dem heiligen Reich in meinem Sinn zusammenraffen konnte, 12 soll jetzt die Sache meines Liedes werden. O mein Apoll, zum letzten Meisterstück schenk mir von deiner Kraft so viel, daß ich 15 bei dir des Lorbeerpreises würdig werde. Der eine Gipfel des Parnaß hat mir genügt bis hieher, jetzo brauch ich beide, 18 um in den letzten Wettkampf einzutreten. Erfülle meine Brust, laß wehn den Hauch wie damals, als du über Marsyas siegtest 21 und ihm die Haut von seinem Leibe zogst. Wenn du mir, Göttlicher, dein Können leihst, daß ich vom Reich der Seligen den Schatten, 24 der mir im Haupt geblieben, offenbare, dann wirst du mich zu deinem Lieblingsbaume einst kommen sehn, mit seinen Blättern mich, 27 dem hohen Stoff und dir zu Danke, krönen.

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