Inferno – Canto 5

8 Und wie ein Taubenpärchen sehnsuchtsvoll auf breiten Schwingen ruhig vom Wunsch getragen, 84 die Luft dem trauten Neste zu durchzieht, so schwebten sie hervor aus Didos Schwarme zu uns herüber durch die wilde Luft – 87 so mächtig war mein liebevoller Ruf. »Gefälliges und gütig Wesen du, das durch die purpurdunkle Nacht zu uns, 90 die wir mit Blut die Erde färbten, kamest, ach, wär’ des Weltalls König unser Freund, um deinen Frieden flehten wir zu ihm, 93 denn du hast Mitgefühl für unsere Qualen. Was dir beliebt zu hören und zu reden, das hören wir und reden wir mit euch, 96 solang wie eben jetzt die Stürme schweigen. – Es liegt mein Heimatland am Ufer droben, wo unser Po mit allen seinen Wassern 99 um Meer hinunterfließt und Ruhe findet. – Liebe in edeln Herzen zündet rasch, und diesen hier berückte sie mit Schönheit 102 des Leibes, den ich, ach, so schnöd verlor. Liebe will wieder Liebe von uns haben, und mich ergriff sie, diesem hier zuliebe 105 so tief, sieh her, daß ich sie immer hege. Die Liebe riß in einen Tod uns zwei. Der uns ermordet, wird’s mit Kain büßen.« 108 Dies sind die Worte, die herüberklangen.

RkJQdWJsaXNoZXIy MTIyMjQzNA==