Inferno – Canto 34

8 »Laß jetzt nicht los, auf diesen Treppen muß«, sprach keuchend wie ein müder Mann mein Führer, 84 »von all dem Übel man sich jetzt entfernen.« Dann schlüpfte er durch einen Felsenspalt hinaus und setzt mich ab auf dessen Rand 87 und trat gewandten Schrittes neben mich. Ich hob die Augen und erwartete, den Luzifer wie vorhin noch zu sehn, 90 und sah, wie er die Beine hielt nach oben. Wie sehr der Anblick mir zu schaffen machte, kann jedes ungeschulte Hirn sich denken, 93 das den von uns durchschrittnen Punkt nicht kennt. »Steh auf, die Reis’ ist lang«, sagte der Meister, »der Pfad beschwerlich, und die Sonne steht 96 auf halbem Wege schon zur dritten Stunde.« Ein Prunksaal war’s gewiß nicht, wo wir standen, war eher wohl ein wilder Höhlengang, 99 unebnen Grunds bei mißlicher Beleuchtung. »Bevor ich aus dem Abgrund klimme, Meister«, sagt ich, nachdem ich aufgestanden war, 102 »erkläre mir ein wenig meine Zweifel. Wo ist das Eis jetzt und wie kommt’s, daß dieser kopfüber steckt und daß so schnell die Sonne 105 vom Abend bis zum Morgen uns umkreist hat?« Und er: »Du bildest dir noch immer ein, jenseits des Mittelpunkts zu stehn, wo ich 108 mich an das Haar des Weltdurchbohrers hängte.

RkJQdWJsaXNoZXIy MTIyMjQzNA==