2 »Des Höllenkönigs Banner rücken vor und kommen uns entgegen, darum schau«, 3 sagte mein Meister, »ob du ihn erkennst.« Wie wenn ein dicker Nebel vor uns wallt, oder die Nacht heraufgestiegen kommt 6 und ferne eine Windmühle erscheint: ein ähnliches Gebäu wähnt ich zu sehen. Ich schirmte hinter meinem Führer mich 9 gegen den Wind. Kein andrer Schutz war da. Schon kam ich – schaudernd kündet es mein Vers – dorthin, wo ganz verdeckt vom Eis die Schatten 12 nur noch wie Splitterchen im Glas erscheinen, die einen liegend, andre aufgerichtet, den Kopf nach oben oder auch die Sohlen. 15 Ein andrer küßt’ im Bogen sich die Füße. Als wir so weit vorangekommen waren, daß es dem Führer Zeit schien, das Geschöpf, 18 das einst das schönste war, mich sehn zu lassen, trat er vor mir beiseit und rief mich an: »Hier steht der Dis«, sprach er, »und hier ist’s nötig, 21 daß du mit starkem Mute dich bewaffnest.« Wie kalt mir ward, wie mir die Stimme brach, das frag mich, Leser, nicht, ich schreib’s nicht her, 24 denn jedes Wort darüber wäre schwächlich. Ich konnt nicht sterben, und ich konnt nicht leben. Nun denk dir, wenn du so viel Sinn noch hast, 27 was aus mir wurde zwischen Tod und Leben.
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