Inferno – Canto 3

8 Es kam, sieh da, zu Schiff einhergefahren ein alter weißbehaarter Mann und rief: 84 »Verworfne Seelen, wehe, nimmermehr sollt ihr den Himmel sehn, hier gilt kein Hoffen. Ans andre Ufer bring ich euch hinüber 87 in ewige Finsternis zu Glut und Eis. Du aber, der dort stehst mit heiler Seele, geh weg von jenen, die des Todes sind!« 90 Und wie er sah, daß ich nicht weichen wollte: »Auf andrem Weg, von andern Häfen aus, nicht hier«, sprach er, »ist deine Überfahrt. 93 Ein flotteres Fahrzeug ist für dich bestimmt.« Da wies mein Führer ihn zurecht: »Charon, erhitz dich nicht, beschlossen so ist’s dort, 96 wo Wille Macht ist, glaub es mir und schweig!« Hierauf beruhigten sich die zottigen Backen des Fergen auf dem leichenhaften Wasser, 99 der aus zwei Flammenrädern sprühend blickte. Und bleiche Angst mit Zähneklappern faßte die müden, nacktgewordnen Seelen an, 102 da sie des Schiffers grimme Worte hörten. Sie lästerten auf Gott und ihre Väter, das menschliche Geschlecht, den Ort, die Zeit, 105 den Samen ihrer Herkunft und Geburt, dann drängten sie sich alle heftig weinend zusammen an den unheilvollen Strand, 108 wo jeder Mensch, der Gott nicht fürchtet, hin muß.

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