Inferno – Canto 19

4 Wie über fettem Grund die Flamme spielt und immer aufwärts flackert an dem Dochte, 30 so von der Ferse hier bis an die Zehen. »Wer ist wohl, Meister« , frug ich, »der Erzürnte, der heftiger dort als seine Nachbarn zuckt, 33 und den so dunkelrot die Flamme küßt?« Und er: »Willst du, daß ich den Hang hinab dich trage, dort am weniger steilen Ufer, 36 so kann er selbst sein Unrecht dir erzählen.« Und ich: »Wie’s dir beliebt, soll’s mir gefallen. Du bist der Herr und weißt: ich trenn mich nicht 39 von deinem Weg, und weißt auch das Verschwiegene.« So kamen wir zum vierten Damm hinüber und wandten uns und stiegen ab zur Linken 42 bis auf den Grund, beengt durch viele Löcher. Der Meister, seine Hüfte vorgestemmt, bis an den Rand der Höhlung trug er mich, 45 aus der die Klage mit den Füßen sprang. »Wer du auch seist, verworfne Seele, die, köpflings gerammt, das Obere unten hält«, 48 begann ich, »sprich, so du’s vermagst, ein Wort.« Ich war, dem Mönche gleich, der Beichte hört, zum eingegrabnen Mörder hingebeugt, 51 der ihn noch herruft, eh er sterben muß – als jener schrie: »Stehst du schon aufrecht da, stehst du schon da und wartest, Bonifaz? 54 Dann hat um Jahre mich die Schrift betrogen.

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