Inferno – Canto 1

8 »Du Ruhm und Leuchte über allen Dichtern, laß all den Fleiß, laß meine große Liebe, 84 womit ich häng an deinem Buche, gelten! Du bist der Meister mir, der schöpferische, der einzige, von dem die hohe Kunst 87 des Worts ich habe, die mir Ehre bringt. – Sieh dort das Tier, vor dem ich fliehen muß, und steh mir bei, berühmter, weiser Mann, 90 mir bebt das Blut vor ihm in allen Adern.« »Ein andrer Weg als dieser ist der deine, willst du aus dieser Wildnis dich noch retten«, 93 erwidert er, da er mich weinen sah. »Die Wölfin, die den Angstschrei dir erpreßt, läßt niemand seinen Weg in Ruhe gehn, 96 sie stellt den Menschen, und sie tötet ihn. Bösartig ist sie und verrucht und gierig, wird nimmer satt in ihrer jähen Lust, 99 und nach dem Fraße wächst erst recht ihr Hunger. Von vielen Tieren läßt sie sich begatten, mit vielen andern wird sie’s treiben – bis 102 der Jagdhund kommt und ihr den Garaus macht. Den hungert nicht nach irdischem Metall: nach Weisheit, Liebe nur und Festigkeit, 105 und unter schlichtem Filz wird er geboren. Erlösen wird er dieses arme liebe italisch Land, für das Camilla, Turnus, 108 Euryalus und Nisus kämpfend starben.

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